Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung

Stele zur Erinnerung an 150 Bewohnerinnen eingeweiht

Am 6., 7. und 8. Mai 1943 wurden insgesamt 150 Mädchen und Frauen, die im Herz-Jesu-Haus lebten, von den Nationalsozialisten in Lager gebracht und dort getötet.

Nur drei von ihnen konnten durch beherztes Einschreiten ihrer Familien wieder in das Herz-Jesu-Haus zurückkehren und haben so überlebt.

Anlässlich der Jahrestage dieses schrecklichen Ereignisses wurde eine Stele eingeweiht, die die Namen der 150 Mädchen und Frauen trägt. In einer kleinen Zeremonie lasen Mitglieder des Bewohnerbeirates und Hausoberin Schwester Ludowika gemeinsam Fürbitten, die neben Trauer und Betroffenheit auch Hoffnung und Stärke des christlichen Glaubens deutlich machten.

„Die Namen der Opfer haben wir auf eine große Glasplatte gravieren lassen. So spiegelt sich beim Lesen der Namen immer auch das eigene Abbild wider und man wird sich bewusst, dass es damals auch einen selbst hätte treffen können.“ so der Geschäftsführer Helmut Boos. Über dieser Platte ist ein Bild angebracht, dass Agnes Oebel gemalt hat. Sie hat darauf die Menschen in den Lagern dargestellt und die großen Schornsteine. Aber auch einen Hoffnungsschimmer trägt das Bild: eine Sonne in Regenbogenfarben. Davor hat sie ein Stück Stacheldraht angebracht: „Die Menschen in den Lagern waren ja alle eingezäunt.“ erklärt sie.

Die Stele steht vor dem Antonius-Saal im Herz-Jesu-Haus, in dem normalerweise kulturelle Veranstaltungen, Fortbildungen und Feiern stattfinden. „Hier bewegen sich also hoffentlich bald wieder viele Menschen.“ erläutert Geschäftsführerin Claudia Schönershoven. „Wir wollen an das schreckliche Schicksal der 150 Menschen erinnern. Sie sind hier immer bei uns. So ist die Stele auch ein Mahnmal, dass Leben nie mehr als „unwert“ verurteilt werden darf und alle Menschen wertvoll sind!“