Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung

Gedenkfeier am 9. November - Gegen das Vergessen

Niederfell. Am Samstag, den 09. November 2019 lud der ökumenische Arbeitskreis „Nicht vergessen“ an der Untermosel zu einer Gedenkfeier in die Kirche des Herz-Jesus Hauses ein. In einer bewegenden Feier wurde der 150 Opfer der Bewohnerinnen des Herz-Jesu-Hauses gedacht, die 1943 von den Nationalsozialisten für minderwertig erklärt und in Bussen in Tötungseinrichtungen abtransportiert wurden.

Monika Sayk erläuterte im Rahmen des Gottesdienstes das perfide System der Nazis, Menschen in den Konzentrationslagern durch verschiedenfarbige Dreiecke zu kennzeichnen. Schwester Radegundis Ulberth und Claudia Schönershoven, vom Leitungsteam des Herz-Jesu-Hauses, erinnerten an drei Frauen, die der Ermordung entkommen konnten und nach dem Krieg ins Herz-Jesu-Haus zurückkehrten.

Im Gedenken an diese Zeit hatte Frau Agnes Oebel, eine derzeitige Bewohnerin, ein Bild gestaltet: „Ich habe das Bild in Erinnerung an diese dunkle Zeit gemalt. Viele Menschen jüdischen Glaubens, aber auch viele Andere wurden ermordet. Eine grausame Zeit des Hungers und der Not.“

Schüler der Klasse 9e der Realschule plus Untermosel, wiesen auf  Familie Wolff aus Kobern hin, die von den Nazis vertrieben und ermordet wurde. Für sie wurden in diesem Jahr vier Stolpersteine verlegt. Ihre Klassenlehrerin Anette Schröter leistet seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungsarbeit an der Untermosel.

Der Projektchor des Dekanats Maifeld-Untermosel, unter Leitung von Sinje Schmidt Dötsch, als auch der Kührer Chor „Frohsinn“, unter Leitung von Patrick Nikolay, und die Violinistin Sophie Vallendar gestalteten den Gottesdienst in eindrücklicher musikalischer Weise mit.
Pfarrerin Iris Ney und Pfarrer Peter Adamski schlugen Brücken zu unserer derzeitigen Lage In Deutschland: Rechtes Gedankengut führt wieder zu Morden und jüdisches Leben wird wieder bedroht. 198 Menschen wurden seit 1990 Opfer rechter Gewalt, so die Amadeu Antonio Stiftung.

Der Gottesdienst und das Läuten der Glocken um 17 Uhr wollten in diesem Sinne zur Wachheit aufrufen und zum Schutz der Menschenwürde, wie sie jedem Menschen von Gott geschenkt und im Grundgesetz verankert ist. In diesem Sinne wurde allen Gottesdienstbesuchern der Segen Gottes zugesprochen.

Am Samstag, den 21. März 2020 lädt der Arbeitskreis im Rahmen der Katholischen Erwachsenenbildung zur Fahrt in die Gedenkstätte Hadamar ein.
Infos bei: Gemeindereferent Rudolf Demerath – Tel. 02607-963296!