Projket Ackerbau

Fridays for future – wir streiken nicht, wir ackern!

Teil 3 - Die Schülerinnen und Schüler berichten

Am 25.5.2020 durften wir wieder in die Schule gehen. Zuerst nur alle Werkstufen Schüler.
Wir waren jeden Tag gießen, wir haben Tomaten und Erdbeeren / Bohnen / Kräuter / Kürbis / Zucchini gepflanzt.
Zusätzlich haben wir eine schöne Blumenwiese.
Der Gärtner Rene ist mega nett und hat uns gelobt.
Wir haben gekocht: Pommes / Chips /  Zucchini Pfanne / Stampfkartoffeln / Pellkartoffel mit Quark / Zucchinisuppe. Und die Bohnen haben wir eingefroren. Jetzt im Oktober machen wir den Acker winterfit.
Alle Klassen helfen nun fleißig mit.
Wir freuen uns auf nächstes Jahr…

Melli & Celine aus der Werkstufe

Teil 2

Auf dem Gelände des Herz-Jesu-Hauses wurde der Förderschule ein eigener Acker mit 400qm Nutzfläche zur Verfügung gestellt. 

Trotz Corona und somit unter erschwerten Bedingungen begannen die Lehrer mit einer geringen Schülerzahl, fachmännisch angeleitet von René Hofmann (Nutzgarten Natürlich), mit der Anlage der Ackerfläche. Nur auf Grund dieses Schulacker-Projektes konnten die Werkstufenschüler ab Mitte Mai wieder täglich zur Schule kommen. Seitdem hat sich viel getan und die Schüler bearbeiten mit großer Motivation die Fläche und erleben täglich die Veränderungen, welche durch ihr Werken hervorgerufen werden. Julia Vogel, Lehrerin der Werkstufe, berichtet, dass sie mit ihrer Klasse jede freie Minute auf dem Acker verbringt, sie sich dort ausprobieren, Erfahrungen sammeln oder einfach nur das bunte Treiben auf der Wildblumenwiese beobachten.

Das Ackerprojekt soll fester Bestandteil des Schulqualitätsprogrammes werden und viele Jahre erfreuen und bereichern. Bereits jetzt schon gibt es Ideen das Projekt weiterzuentwickeln und lebendiger werden zu lassen. So soll in naher Zukunft ein „grünes Klassenzimmer“ auf der Fläche entstehen um auch direkt vor Ort unterrichten zu können. Und durch die neu eingeführten „Zaun-Latten“ für Entlass-Schüler, bleibt auch von diesen nach 12 Jahren ein persönliches Andenken erhalten.

Anna Dimmich, die Schulleiter ist stolz: „Es ist schön zu sehen, wieviel sich in so kurzer Zeit schon entwickelt hat und mit Freuden schauen wir in die Zukunft und sind gespannt welche Möglichkeiten sich noch ergeben werden!“

Teil 1

Ein besonderes Highlight gab es diese Woche neben dem mittelalterlichen Gebäude des Domhof. Das Acker-Projekt der Schule startete unter dem Motto „Fridays for Future – wir streiken nicht, wir ackern!“. Zwar zunächst leider situationsbeding anders als geplant und ohne unsere Schüler, jedoch wird der gemeinsame Einstieg  nachgeholt. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Förderschule wie alle anderen Schulen auch aktuell geschlossen. Konkret bedeutet das Projekt, dass die Lehrkräfte der Schule gemeinsam mit den Schülern Gemüse anbauen, pflegen und ernten werden.

Zu diesem Zweck bekam die Förderschule auf dem Gelände des Herz-Jesu-Haus Kühr einen eigenen Acker mit 400qm Nutzfläche zur Verfügung gestellt. Ein ansässiger Landwirt hat sich bereit erklärt und den Acker gemulcht und gepflügt, so dass er für das Garten- Projekt perfekt vorbereitet ist.

Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch das Acker-Projekt mehr Möglichkeiten für Naturerfahrungen zu bieten und sie in möglichst reale und lebensweltbezogene Lernsituationen zu führen. So können die Kinder und Jugendlichen mit geistiger Behinderung  zum Beispiel auf dem Acker die Entwicklung von der kleinen Pflanze bis hin zum reifen Gemüse genau beobachten und miterleben, wie wichtig der sorgsame Umgang mit der Natur ist. Ein besonderes Erlebnis wird das gemeinsame Ernten der selbst gesäten Gemüsesorten darstellen. Im Rahmen ihres Hauswirtschaftsunterrichts haben die Schüler die Möglichkeit, ihr eigenes Gemüse zeitnah selbst zu verarbeiten und zu probieren. Da die Förderschule an der Untermosel ihre Schüler bis ins Berufsleben begleitet, haben vor allem die Werkstufenschüler auf dem Acker die Möglichkeit, Erfahrungen im Bereich des Ackerbaus und des Gärtnerns zu sammeln. Diese Erfahrungen sind bereichernd, da dies später ein mögliches Berufsfeld für sie darstellt.

Das Ackerprojekt soll fester Bestandteil des Schulqualitätsprogramms werden und die Schulgemeinschaft zukünftig jährlich durch die vielfältigen Erfahrungen und die gemeinschaftlichen Ernteerfolge erfreuen und bereichern. 

„Einen großen Dank richten wir an dieser Stelle auch an Michael Schunk vom Musikverein Löf und die Karnevalsshowband „De Botzedresse“ aus Niederzissen“ so Anna Moos, die Schulleiterin der Förderschule. „Sie haben das Projekt durch ihre großzügige Spende von 3000 Euro unterstützt.“

Zwar konnte der Schulacker aufgrund der aktuellen Lage nicht wie geplant starten, ein Schüler hat sich aber nicht entmutigen lassen. Justin Becker bereitete gemeinsam mit René Hofmann, dem Gartenpaten -immer unter Beachtung der aktuellen Abstandsregeln- den Acker vor. Aber auch Andere ergriffen die Initiative. Karl Riehl arbeitet normalerweise in der Gärtnerei in der RMW. Er vermisst seine Arbeit. Als er sah, was sich auf dem Acker tat, packte er gleich mit an und stand auch am nächsten Tag um Punkt 10 Uhr in voller Montur zum Helfen bereit. 

Trotz der aktuellen Lage war es also die richtige Entscheidung, das Acker-Projekt zu starten. Die Förderschule möchte den Acker nicht alleine bewirtschaften, sondern als Grundstein für eine generationenübergreifende Kooperation zwischen Jung und Alt begreifen. Es ist toll zu sehen, dass dieses Projekt trotz der aktuell nötigen höheren räumlichen Distanz zwischen den Menschen trotzdem zu einem Zusammenrücken auf emotionaler Ebene führt!

Da die Schüler nicht zu kurz kommen sollen, werden sie per Fotodokumentation über die Vorgänge auf dem Acker informiert. Auch sie hoffen, dass sie bald tatkräftig mit ackern können. Christian  betont bei seinen Eltern fast täglich „Frau Merkel soll die Schulen wieder aufmachen“, nachdem sie gemeinsam die Ansprache der Kanzlerin gesehen und ihm erklärt haben, wer Frau Merkel ist. „Wir hoffen, dass wir bald wieder in unseren normalen Schulalltag starten können!“ hofft Anna Moos.