Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung

Erinnern und Flagge zeigen

In der Realschule plus und Fachoberschule Kobern-Gondorf wurde anlässlich des Holocaust-Gedenktages das interaktive Sprechstück "Der Gendarm" aufgeführt.

Gleichzeitig wurde die Ausstellung "Wir werden verbrannt, wir müssen sterben!" gezeigt. Die Ausstellung stammt aus dem Herz-Jesu-Haus Kühr, das sich auf der anderen Moselseite, in Niederfell befindet.

Das Sprechstück verdeutlichte das Schicksal des 11jährigen Peter, der in Vallendar wohnte und bei den Nationalsozialisten als "lebensunwert" und "unnützer Esser" galt, weil er lernbehindert war. Er wurde im Rahmen der sogenannten "T4-Aktion" nach Hadamar verbracht und dort getötet.

Die Ausstellung aus dem Herz-Jesu-Haus zeigt das furchtbare Schicksal von 150 Mädchen und Frauen, die aus Kühr in drei unterschiedliche Anstalten deportiert und dort zum größten Teil getötet wurden. Im Rahmen ihres 150. Jubiläums arbeitete die Einrichtung dieses dunkle Kapitel mit Hilfe von Joachim Hennig, 2. Vorsitzender des Mahnmals Koblenz, systematisch auf. Die Pädagogische Geschäftsführerin Claudia Schönershoven lobte die jahrelange Gedenkarbeit der Koberner Schule und machte in ihrer Ansprache deutlich, wie wichtig es ist, in allen Teilen unserer Gesellschaft aufmerksam zu sein und aktiv gegen Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen vorzugehen. "Aus unserem christlichen Menschenbild heraus ist für uns selbstverständlich, dass alle Menschen Gottes Ebenbild sind. Wir sind der festen Überzeugung, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung genau so gemeint sind und einen wertvollen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten können."