Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung

Mosellandwerkstätten Ebernach-Kühr feierten ihr 30-jähriges Bestehen

Treis-Karden, 11. September 2026 – Was vor mehr als 30 Jahren mit einem Spatenstich auf einer Wiese in Treis-Karden begann, ist heute für rund 300 Menschen mit Behinderung ein Ort der Arbeit, der Begegnung und der persönlichen Entwicklung: Die Mosellandwerkstätten Ebernach-Kühr gGmbH feierten am 11. September 2026 ihr 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum steht für drei Jahrzehnte gelebte berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.

„Die Mosellandwerkstätten sind weit mehr als Arbeitsstätten. Sie sind Orte der Begegnung, der Gemeinschaft und der persönlichen Entwicklung“, betonte Anke Beilstein, Landrätin des Landkreises Cochem-Zell und Schirmherrin der Jubiläumsfeier. In ihrer Grußbotschaft würdigte sie die wichtige Rolle der Werkstätten für Menschen mit Behinderung und für die gesamte Region.
Festlichkeit für alle Wegbegleiter
Der besondere Festtag stand unter dem Motto „Wir sind hier“. So erhielten die zahlreichen Interessierten aus Treis-Kaden und der Region spannende Einblicke in die vielfältigen Arbeitsbereiche der Werkstätten. In Gesprächsrunden berichteten Mitarbeitende und Wegbegleiter der ersten Stunde von ihren Erfahrungen und erinnerten an wichtige Meilensteine der vergangenen 30 Jahre. Musikalisch begleitet wurden die Feierlichkeiten und das bunte Familienprogramm von den Lisbeth Singers. Bei regionalen Köstlichkeiten konnten die zahlreich erschienenen Gäste verweilen und sich austauschen. Dabei sorgte manche Anekdote für Gelächter. Hierbei spielte selbstverständlich die Bedeutung der Mosellandwerkstätten als verlässlicher Partner in der Region eine große Rolle. Im Mittelpunkt des Tages standen aber stets die Beschäftigten. „Mit ihrem Engagement, ihren Talenten und ihren Persönlichkeiten haben Sie die Geschichte der Mosellandwerkstätten entscheidend mitgeschrieben und füllen bis heute die Werkstätten Tag für Tag mit Leben“, erklärte Anja Mönch, Gesellschaftervertreterin der Kührer Fürsorge GmbH. „Die Mosellandwerkstätten sind seit 30 Jahren fest in der Region verwurzelt – als verlässlicher Partner für Unternehmen und als wichtiger Ort beruflicher Teilhabe“, ergänzt Matthias Hopster, Gesellschaftervertreter der Alexianer GmbH. Somit blickt das Jubiläum nicht nur auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück, sondern setzt auch ein Zeichen für die Zukunft. Dies hoben auch Heike Haas und Stefan Müntnich, die Geschäftsführungen der Mosellandwerkstätten, hervor: „Wir sind sehr stolz darauf, was Sie und wir gemeinsam in den vergangenen 30 Jahren hier vor Ort geschaffen haben. Die Mosellandwerkstätten stehen für persönliche Entwicklung und für Menschen, die jeden Tag mit ihrem Können und ihrem Einsatz zum gemeinsamen Erfolg beitragen.“
Rückblick: von der Vision zur Erfolgsgeschichte
Dem Bau der Werkstätten gingen sechs Jahre intensiver Planungen voraus. Nach dem ersten Spatenstich im Jahr 1994 entstanden in Treis-Karden Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Bereits damals stand das Ziel im Mittelpunkt, Teilhabe zu ermöglichen und für jeden Menschen einen passenden Arbeitsplatz zu schaffen. Zum 1. April 1996 nahm die neue Werkstatt ihren Betrieb auf und wurde gemeinsam mit den Standorten Kloster Ebernach und Herz-Jesu-Haus Kühr zum Grundstein der heutigen Mosellandwerkstätten. Die offizielle Einweihung fand am 20. September 1996 statt. Wie bedeutsam dieser Schritt war, zeigen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1996: Die ersten Beschäftigten aus Kühr starteten voller Vorfreude mit einem festlich geschmückten Bus nach Treis-Karden. Für viele begann damit ein neuer Lebensabschnitt. Dabei waren die Werkstätten von Anfang an mehr als Arbeitsorte. Sie schufen soziale Kontakte, stärkten das Selbstvertrauen und eröffneten neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben.
Wichtiger Partner für Teilhabe in der Region
Drei Jahrzehnte später bieten die Mosellandwerkstätten an ihren Standorten in Treis-Karden, Cochem-Ebernach und Niederfell rund 300 Menschen mit Beeinträchtigung vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Angebot umfasst Holz- und Metallverarbeitung, Wäscherei, Montage- und Verpackungsarbeiten, Hauswirtschaft, Näherei, Schuhmacherei und Schlüsseldienst, Garten- und Landschaftspflege, sowie eine Kreativwerkstatt und einen EDV-Arbeitsbereich. Ergänzt werden diese Tätigkeiten durch ausgelagerte Arbeitsplätze in Unternehmen der Region, die zusätzliche Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben eröffnen. Für den Landkreis Cochem-Zell als Träger der Eingliederungshilfe ist die Zusammenarbeit mit den Mosellandwerkstätten ein wichtiger Bestandteil einer inklusiven Sozialpolitik. Auch die Partner und Kunden zeigten auf vielfältige Weise ihre Wertschätzung. So unterstützten namhafte Institutionen aus der Region das Jubiläum mit Spenden. Damit wurde auch ein besonderes Projekt möglich. Denn gemeinsam mit der Jugendkunstschule „JUKUSCH“ gestalteten zehn Beschäftigte das Kunstprojekt „WIR SIND HIER“ zum runden Geburtstag. In kreativen Workshops entstanden Bilder, Texte und Drucke, die die Entwicklung der Werkstätten von den Anfängen bis heute aus Sicht der Beschäftigten erzählen. Mit „WIR SIND HIER“ wird die Geschichte der Mosellandwerkstätten in Form einer Broschüre auf besondere Weise erlebbar und lädt dazu ein, das Jubiläum durch die Augen der Beschäftigten neu zu entdecken.
Über die Mosellandwerkstätten Ebernach-Kühr gGmbH
Die Mosellandwerkstätten sind eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung mit Standorten in Treis-Karden, im Herz-Jesu-Haus Kühr sowie im Kloster Ebernach in Cochem. Als Teil der Alexianer begleiten und fördern sie Menschen mit Beeinträchtigungen auf ihrem Weg zu beruflicher und gesellschaftlicher Teilhabe. Rund 100 Mitarbeitende unterstützen dabei etwa 300 Menschen mit Behinderung durch vielfältige Arbeits-, Bildungs- und Qualifizierungsangebote. Ziel der Mosellandwerkstätten ist es, individuelle Fähigkeiten zu stärken, berufliche Perspektiven zu eröffnen und ein selbstbestimmtes Leben zu fördern.
Weitere Informationen unter www.mosellandwerkstaetten.de

 

Das gelungene Jubiläum feierten mit (v.l.): Geschäftsführer der Mosellandwerkstätten Ebernach-Kühr gGmbH, Stefan Müntnich, Kreisbeigeordnete Bettina Salzmann, Generaloberin Schwester Damaris von der Kongregation der Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu, Geschäftsführer der Alexianer START GmbH, Matthias Hopster, Geschäftsführerin der Kührer Fürsorge GmbH, Anja Mönch, Ortsbürgermeister von Treis-Karden, Hans-Josef Bleser, Geschäftsführerin der Mosellandwerkstätten Ebernach-Kühr gGmbH, Heike Haas, Alexianer-Verbundsgeschäftsführer AEP Rheinland, Martin Minten, Bruder Michael Ruedin von den Franziskanerbrüdern des Heiligen Kreuzes, Domkapitular Benedikt Welter. – Bild: Joëlle von Hagen
Beschäftigte nahmen mit ihren Werken an dem Buchprojekt „WIR SIND HIER“ der Jugendkunstschule „JUKUSCH“ zum Jubiläum teil. – Bild: Kai Myller