Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung

„Wir werden verbrannt. Wir müssen sterben“- Bewegendes Gedenken in der Citykirche

Anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocaust erinnert eine Ausstellung in der Koblenzer Citykirche an die Schicksale der regionalen NS-Opfer.

Besonders im Blickpunkt steht dabei die Verschleppung von 150 Mädchen und Frauen aus dem Herz-Jesu-Haus Kühr.
Die Geschichte des Nationalsozialismus ist keine abstrakte Erzählung aus Geschichtsbüchern – sie fand direkt vor der eigenen Haustür statt. Unter diesem Eindruck steht die aktuelle Ausstellung in der Citykirche am Jesuitenplatz, die bereits am 19. Januar durch Dr. Martin Schlüter, den Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz, feierlich eröffnet wurde.
Im Fokus der Präsentation steht die Kooperation mit der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Auf elf Bannern werden Dokumente, Fotos und Schriftstücke aus dem Jahr 1943 gezeigt, die die systematische Verschleppung von 150 Bewohnerinnen der damaligen „Idiotenanstalt Kühr“ dokumentieren. Der erschütternde Titel der Ausstellung – „WIR WERDEN VERBRANNT. WIR MÜSSEN STERBEN“ – ist ein direktes Zitat einer betroffenen Bewohnerin.
Die meisten der verschleppten Mädchen und Frauen fielen der sogenannten „Euthanasie“ zum Opfer. Nur wenige überlebten die Gräueltaten und kehrten nach dem Krieg in die Einrichtung zurück. Kurator Joachim Henning, der die Gäste zur Eröffnung durch die Exponate führte, gab dabei tiefe Einblicke in die aufwändige Recherchearbeit, die hinter dieser Aufarbeitung steckt.
Für Anja Mönch, Geschäftsführerin des Herz-Jesu-Hauses Kühr, ist die Ausstellung ein wesentlicher Teil der regionalen Erinnerungskultur: „Wir möchten über dieses dunkle Kapitel in der Geschichte unseres Hauses aufklären. Es ist uns ein Herzensanliegen, die betroffenen Menschen zu ehren und für die Zukunft wachsam zu sein“, betonte sie vor Ort.
Die Ausstellung macht die menschlichen Schicksale hinter den historischen Daten emotional greifbar und mahnt die Besucher, die Ereignisse in der eigenen Nachbarschaft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Februar 2026 in der Koblenzer Citykirche am Jesuitenplatz zu sehen.
Die Besichtigung ist während der regulären Öffnungszeiten der Kirche möglich. Der Eintritt ist frei. Kontakt und weitere Informationen über www.mahnmalkoblenz.de und eine ausführliche Dokumentation der Aufarbeitung ist auf der Homepage des Herz-Jesu-Hauses zu finden.

Quellenangabe: Förderverein Mahnmal Koblenz